| [ 06.05.2010 ] | Die Tierverkehrsdatenbank TVD im Jahr 2009 |
Zwei Ereignisse haben das TVD-Jahr 2009 geprägt. Einerseits wurden zum ersten Mal in der Geschichte der TVD die Rinderaufenthalte der Referenzperiode 1. Mai 2008 bis 30. April 2009 zur Berechnung der direktzahlungsrelevanten GVE-Werte herangezogen. Diese Betrachtung löste die Stichtagserhebung der Rinderdaten von anfangs Mai ab. Alle Tierhalter wurden im Verlauf des Sommers schriftlich über die errechneten GVE-Werte informiert. Dass letztendlich mit knapp 1’300 Änderungsanträgen viel weniger Begehren von Tierhaltern behandelt werden mussten als erwartet, ist das Resultat einer ausgezeichneten Datenqualität. Gegenüber Dezember 2008 hat sich der Anteil korrekter Tiergeschichten von 96.1% auf 97.0% Ende 2009 verbessert. Für ein System, das auf Selbstdeklaration der Rinderbewegungen durch die Tierhalter basiert und bei dem die Lebensläufe der Tiere ohne Lücken und Überschneidungen tagesgenau stimmen müssen, ist dieser Wert sehr gut.
Andererseits darf die Einführung der Gefässlösung per April 2009 zur Vereinfachung der Massenzugangsmeldungen als Meilenstein betrachtet werden. Dank Gefäss kann der zumeldende Betrieb auf die Liste der Abgänge des Herkunftsbetriebs zugreifen, ohne dass die zugehenden Tiere manuell am Bildschirm eingegeben werden müssen. Dies hat insbesondere den Meldeaufwand für die Verantwortlichen der Sömmerungsbetriebe massiv reduziert und komfortabler gemacht. Die Betreiberin der TVD durfte für die Gefässlösung viele spontane positive Rückmeldungen entgegennehmen. Deutlich zeigte sich die Verlagerung von Kartenmeldungen zur Gefässlösung beim Eingang von Massenmeldekarten, deren Volumen sich 2009 stark reduziert hat. Insgesamt sind im Vergleich mit dem Vorjahr die Kartenmeldungen um 25% zurückgegangen.
Die Versorgung der Tierhalter mit Ohrmarken hat 2009 gut funktioniert. Die Lieferfristen konnten eingehalten werden. Um Schwierigkeiten bei der Entnahme der Gewebeprobe beim Markieren von Kälbern zu minimieren, wurden den Ersatzohrmarkenlieferungen als Umrüstsatz für die offiziellen Ohrmarkenzangen gelbe Zangenenden beigepackt. Erfreulich ist der Rückgang des Bedarfs an Ersatzohrmarken. Das im Jahr 2006 eingeführte Modell Flexoplus scheint sich nun in der breiten Praxis zu bewähren.
Gegenüber dem Vorjahr sind im 2009 die Kontakte im Help Desk deutlich zurückgegangen. Dies darf als Zeichen gewertet werden, dass im zweiten Jahr der Meldepflicht für Sömmerungsaufenthalte bereits viel weniger Fragen auftauchten. Zudem hat die gute Datenqualität zu einem hohen Vertrauen in die auf der Basis der TVD errechneten GVE-Werte geführt, so dass weniger Rückfragen vonseiten der Tierhalter nötig waren.